Journal Freitag, 1. Mai 2026 – Sonniger Maifeiertag mit Schwimmen und Frühlingsfest

Samstag, 2. Mai 2026 um 8:01

Sehr unruhige Nacht, am erholsamsten fühlten sich die letzten beiden Stunden mit echtem Ausschlafen an. Erst wenig vor acht zog ich den Rollladen hoch zu strahlendem Frühlingswetter.

Nach dem Bloggen setzte ich meine Backpläne um, es gab meinen klassischen Marmorkuchen.

Wegen spätem Aufstehen kam ich spät zu meiner Schwimmrunde los. Zumindest hatte sich bis dahin die morgens wieder sehr frische Luft erwärmt, beim Radeln zum Olympiabad musste ich nicht frieren.

Schwimmen sehr gut, ich legte 100 Bonusmeter auf meine 3.000. Aber: Die vormittägliche Ibu hielt nur drei Stunden, und der wiederanschwellende Zahnschmerz nahm den rechten Unterkiefer mit.

Heimradeln durch jetzt warme Innenstadt unter wolkenlos knallblauem Himmel. Frühstück kurz vor halb drei eine hervorragende Birne, viel Marmorkuchen – und eine vorzeitige weitere Ibu, als sich der Schmerz Richtung “tobend” entwickelte. Wenn das Tempo der Verschlimmerung so bleibt, halte ich keine zwei Monate bis zur möglichen neurologischen Hilfe durch.

Herr Kaltmamsell hatte bereits am Donnerstag von Mauerseglersichtung an der Isar berichtet (bevor ich dort Schwalben gesehen hatte!), gestern waren sie auch über der Innenstadt.

Weil mir schwindlig war vor lauter müde, ließ ich den Rollladen zum herrlichen Sonnenschein herunter und legte mich zu einer Siesta hin: Ich schlief tief, das hatte es wohl gebraucht. Allerdings wachte ich auch desorientiert auf, brauchte lang, bis ich wieder ganz da war.

Nachmittag mit Lesen, auch auf dem Balkon.

Die Bäume können bereits wieder Schatten spenden.

Die Entwinterung des Balkons (Bodenputzen) hatte ich mir für das lange Wochenende vorgenommen, doch der freundliche Herr Kaltmamsell fragte, ob er mir eine Freude mit dem Übernehmen dieser Tätigkeit machen könne. Das freute mich wirklich, doch weil er doch der mit Wochenendarbeit war (Abiturkorrigieren), hatte ich auch etwas schlechtes Gewissen.

Eine Runde Pilates: Ich habe weitere Folgen von Gabi Fastner zusammengestellt, die mich immer wieder positiv überraschen, wie vielen ungewohnte Übungen es darin gibt – und das nach Jahrzehnten Gymnastikerfahrung.

Abendessen gab es auf dem Frühlingsfest auf der Theresienwiese, ich stellte mir Langos vor, Bratwurst und Schokofrüchte. Und aß all das in dieser Reihenfolge.

Langos (beste neue Entwicklung der Volksfest-Kulinarik) mit Knoblauch und Käse.

Einmal Polnische, einmal frisch gebratene, knusprige Käsekrainer.

Gemischtes Obst in Schokolade.

Aber es war nur in der Sonne nicht frisch, dass ich keine Jacke dabeihatte, war leichtsinnig. Heimweg zum ersten Mauersegler-Schrillen des Jahres.

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Stolpersteine in Spanien:
“‘Diese Würdigung ist ein Akt der Gerechtigkeit'”.

Tausende Spanier wurden von den Nazis in KZs deportiert. Auch für sie gibt es – wie in Deutschland – Stolpersteine zum Gedenken. Für ihre Nachkommen ist es eine besondere Würdigung.

Von spanischen KZ-Inhaftierten hatte auch ich erst vor wenigen Jahren erfahren, nämlich in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

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Urbane Choreografie – was alles Tanz sein kann! (Plus Kameraperspektive und Bildausschnitt.)

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 30. April 2026 – Was ich zum Hausarzt sagte / Vorgezogenes Wochenende

Freitag, 1. Mai 2026 um 8:44

“WAS?”

Na kommSe: Der neue Hausarzt hatte das Diagnosegespräch von Anfang an sehr launig geführt (Rheinlandverdacht), da gab es doch wohl nur eine mögliche Reaktion auf die Frage, ob meine Zahn-Gesichts-Schmerzen auch mein Gehör beeinträchtigen.

Arzt fiel drauf rein, setzte bereits zum Wiederholen der Frage an, lachte dann und meinte, normalerweise mache ja er den. (Aber er sah ein, dass man den nicht auslassen konnte.)
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ihn bereits beruhigt, dass ich keine Spontanheilung erwartete, und er wusste von den beiden ergebnislosen Untersuchungen meiner Zahnärztin. Ergebnis des gestriegen Termins: Erstmal Überweisung zur Neurologie, Herr Hausarzt legte nachvollziehbar dar, warum irgendwas mit Nerven seiner Ansicht nach die wahrscheinlichste Ursache sei. (Wenn nicht das, werde er mich zur HNO überweisen.)

Er gab zu, dass meine Symptomatik ungewöhnlich sei, nahm sie aber durchwegs ernst. Und er versicherte mir freundlich: “Das finden wir gemeinsam heraus.”

Auf dem frühmorgendlichen Fußweg zur Arztpraxis war es scheißkalt gewesen, ich glaubte die 3 Grad sofort, die meine Wetter-App anzeigte (“Gefühlt 0 Grad”).

Mal wieder Baustelle um die alten Klinikgebäude an der Ziemssenstraße, Baustellen sind wohl einfach ein festes Feature des Central Quartier, aber die Pappeln an der Lindwurmstraße sind schon ganz grün.

In die Arbeit brachte mich schnell ein Bus, so startete ich nichtmal eine Stunde später als sonst. Terminversuch bei dem einen Neurologen in München, der mich schon mehrfach untersucht hat (allerdings vor Jahren): Erster Termin im Juli, hahaha.
Das Lachen verging mir, als ich halt irgendeinen Neurologie-Termin in der Millionenstadt München suchte: Im Gegensatz zu anderen Fachmedizinrichtungen war hier tatsächlich auf Monate nichts zu kriegen, ich landete bei Ende Juni. Habts es alle mit die Nerven?

In der Arbeit war einiges los, mir fehlte Gelassenheit, weil anstrengend vorbereitete Dinge dann doch nicht klappten. Keine Lust auf Mittagscappuccino, ich schaute, dass ich wenigstens eine Runde um die Blöcke schaffte. Die war dann auch sehr schön, sonnig und aprilig kalt. Gleich mal in der Apotheke Ibu-Nachschub für die nächsten Wochen Zahn-Kopf-Schmerz besorgt, Herr Hausarzt hatte mir dazu gegen Magenschaden Pantoprazol verschrieben, holte ich auch gleich.

Zu Mittag gab es restlichen Linsensalat vom Vorabend und eine Banane, die mir bereits zu reif war.

Der Arbeitsnachmittag ging grad so rund weiter, blöderweise ließ auch noch die Ibu-Wirkung sehr schnell nach – dagegen hilt auch nicht, sich bei der Einnahme auf die linke Seite zu legen.

Nicht zu später Feierabend, über Lebensmitteleinkäufe fürs lange Wochenende und für Arbeitskuchenbacken in schönstem Sonnenschein nach Hause, die Luft aber weiterhin nur knapp zweistellige Grad warm. Daheim gab es frisch getrocknete und frisch gewaschene Wäsche zu versorgen, außerdem die Pflanzen, und ich hatte sehr große Lust auf den mit Herrn Kaltmamsell verabredeten Alkohol:

Maibowle – allerdings aus dem Waldmeisterbündel, das ich im Jahr zuvor aus den Resten des Kräutertöpfchens eingefroren hatte. Schmeckte sehr gut, entspannte umgehend. Dazu arabische Nüsschen von der Landwehrstraße.

Zum Nachtmahl hatte Herr Kaltmamsell auf meinen Wunsch ein Lieblingsstück glückliches Rind vom Herrmannsdorfer im Römertopf geschmort:

Short Ribs, serviert mit Zitronenpolenta. Nachtisch Schokolade, früh ins Bett zum Lesen.

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Comedian Pernille Haaland über verschiedene skandinavische Akzente im Englischen – sehr aufschlussreich, mir waren dieses deutlichen Unterschiede bislang nicht so klar gewesen.

via @_vanessagiese

die Kaltmamsell

Lieblings-Breviloquia* April 2026

Donnerstag, 30. April 2026 um 16:48

In diesem Monat mit herzlichem Dank an Herrn Kaltmamsell, ohne dessen Erinnerung heute Morgen ich sie vergessen hätte.

Hier von Mastodon:

Und dort von Bluesky:

*siehe

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 28. April 2026 – Schmerzensüberlegungen

Donnerstag, 30. April 2026 um 6:31

Nachts mit Zahn-/Gesichtsschmerzen aufgewacht, auf dem Weg in die Arbeit (bedeckter Himmel, kühle Luft) komplett davon abgelenkt gewesen, am Schreibtisch sofort eine Ibu genommen und als Erstes einen Hausarzttermin für Donnerstagmorgen erklickt.
(Nicht wirklich als Erstes: Ich war noch nicht mal in meinem Rechner eingeloggt, als mich bereits die ersten Querschüsse ereilten – sagen wir als Fünftes).
Ibu wirkte auch diesmal schnell und gründlich, also wohl nix mit Nerven (und angefangen hat der Mist ja zudem vergangenen Dezember mit einem Hauptwehzahn auf der anderen Seite). Netter Nebeneffekt: Die Ibu nahm die aktuellen LWS-Basisschmerzen auch gleich mit, super.
Ich merkte, wie wenig Hoffnung ich mir auf Hilfe vom Arzt machte: Wenn das Aua nicht schon einer Laiin klar ist, also z.B. Wunde, Bruch, Infekt, Ausschlag, Auswurf oder Wucherung, und wenn selbst bildgebende Diagnostik wie in meinem Fall Röntgen nichts ergibt, können auch Ärzt*innen nur rumvermuten. Nach einem Jahrzehnt Medizinstudium hoffentlich wenigstens deutlich fundierter als die Laiin.

Emsiger Vormittag mit einem Schreck-Moment: Plötzlich erschienen zwei wichtige E-Mails in meinem Outlook-Postfach, die morgens noch nicht dagewesen waren (ich arbeite gründlich chronologisch), aber abgeschickt am späten Vorabend. Bis Mittag vergewisserte ich mich immer wieder, dass nicht weiter unten im E-Mail-Postfach, also noch länger zurückliegend, neues Altes eingetroffen war.

Meinen Mittagscppuccino holte ich mir wieder aus der Cafeteria, mehr Lust hatte ich nämlich auf eine mittägliche Runde um die Blöcke. Es war windig und kühl, die immer deutlichere Sonne wärmte angenehm, die Frühlingsfarben knallten ordentlich.

Zurück am Schreibtisch gab’s zu Mittag Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot, außerdem eine mächtige Banane in perfekter Unreife/Anreife. Ergebnis Bettschwere, an einem Arbeitstag ungünstig.

Dennoch einiges weggeschafft. Nach Feierabend über Obst- und Gemüsekäufe nach Hause, die Luft aprilig frisch – doch die Sonne brachte einige Menschen zu Hochsommerkleidung.

Faszination künstliche Wimpern: Gestern begegneten mir welche auf zwei weiblichen Augenlidern, die lang, weich und dicht aussahen, Farbe ca. brauner Nerzmantel, vor allem aber so schmal gestutzt, dass sie nicht mal über zwei Drittel der Lidlänge reichten. Vorheriges Leben als Pinsel?

Ich schloss eine leere Wohnung auf, Herr Kaltmamsell verbrachte den Abend aushäusig. Nach Häuslichkeiten turnte ich eine halbe Stunde Pilates, ich bin wieder zwischen zwei 30-Tage-Programmen Yoga.

Als Abendessen machte ich mir mit schon am Dienstag gekochten Beluga-Linsen einen Salat: Gurke, rote Paprika, Schnittlauch untergemischt. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

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Mahnender, wichtiger Text über Vorsorge in digitalen Zeiten:
“Alles ist gebackupt. Nur der Zugriff nicht.”

Frank Neumann-Staude beschreibt, “Was meine Frau am Schreibtisch fand, während ich im Koma lag”.

Das hat mich aufgeschreckt: Meine vernünftigen Eltern haben eine Vorsorgevollmacht eingerichtet, selbst habe ich zwar eine Patientenverfügung (in der roten Mappe im Aktenordner-Regal in der Bibliothek), ein kurzes Testament, offiziellen Zugriff auf meine Bankkonten für Herrn Kaltmamsell eingerichtet – aber das war’s.

Fester Vorsatz: Mich mit Herrn Kaltmamsell in den Pfingsferien zusammensetzen und durchgehen, wer welche Dienste/Versicherungen hat und bezahlt, wie wir einander Online-Zugänge sichern können, Passwort-Vermächtnis – und das Ergebnis schriftlich festhalten.

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München in einem Wort:
“Schampus-Duschen-Verbot”.

(Etwas wacklig ist meines Erachtens die Begründung, das entspreche nicht “der Tradition und Strahlkraft des Oktoberfests”: Oktoberfest-Tradition ist doch belegbar alles, was mindestens zweimal dort stattgefunden hat.)

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Wibke Ladwig kenne ich schon sehr lange aus dem Internet, und darin erzählt sie immer wieder von dem Kleingarten, den sie seit drei Jahren bewirtschaftet, mit mitreißender Begeisterung.
Jetzt bekam sie dort Kamera-Besuch und zeigt eine halbe Stunde in ihrem Garten viele Details – die sogar mich sehr Gartenferne interessierten.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=NZqnQVrxr0k

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 28. April 2026 – Lerche läuft vor Arbeit

Mittwoch, 29. April 2026 um 6:30

Unruhige letzte Nachstunden mit Angstwellen, ich beendete sie noch vor für Lerchenlauf extrafrühem Wecker.

Herr Kaltmamsell hatte seinen Morgenmilchkaffee abbestellt: Er musste gestern das Haus bereits um halb sechs verlassen, um das diesjährige Deutsch-Abitur an seiner Schule vorzubereiten. Um diese Zeit trank ich noch meinen Kaffee, machte mich aber auch früh lauffertig. Ein paar Grad mehr hatte es als von einer Woche, ich verzichtete auf Mütze und Handschuhe, war mit langärmligem Lauf-Hoodie und langen Hosen diesmal richtig ausgestattet.

Der Lauf selbst war ok, Schmerzen halt um die Hüftgegend, von anfangs linke LWS ins linke Knie bis rechter Sitzbeinhöcker in die ganze rechte Beinrückseite am Ende meiner 80 Minuten (die ich mir durch besonders frühen Start gönnen konnte). Deutlich stärker störten Zahn- und Gesichtsschmerzen rechts, beim Atmen durch offenen Mund schmerzte selbst die Luft am derzeitigen Haupt-Wehzahn. (Mir sollte nach vier Monaten Schmerzen eigentlich klar sein, dass die nicht von allein weggehen werden.)

Apropos Atmen: Herrliche Frühlingdüfte inklusive Morgenfeuchte.

Zurück daheim zackiges Duschen und Fertigmachen, unwesentlich verlängert, als ich dazwischen eine Brummwespe (Wohnungssuchverdacht) rausschaffen musste.

Wieder war ich nach zügigem Marsch in die Arbeit ca. 40 Minuten später als sonst am Schreibtisch.

Arbeitsvormittag ein wenig turbulent, aber nicht wirklich unangenehm. Für Mittagscappuccino reichte die Zeit nur in der Cafeteria, ich stürzte kurz raus auf Obsteinkauf.

Und so gab es zu Mittag neben Hüttenkäse mit Leinsamenschrot auch mal Kulturheidelbeeren (schmeckten ok, wenn ich den Geschmack von August-Blaubeeren aus dem Wald vergaß) und eine Banane. Plus dann doch eine Ibu, mir fiel ein, dass es keinen Grund gab, die Zahn-Gesichts-Schmerzen zu erleiden. Half zum Glück schnell.

Heimweg in milder, aber nicht unangemessen warmer Luft über die Theresienwiese, auf die wie derzeit jeden Abend zum Frühlingsfest Bayern-Cosplayer*innen strömten, vor allem junge.

Zu Hause Häuslichkeiten, dann nochmal die angenehme Yoga-Folge vom Vortag.

Herr Kaltmamsell verarbeitete die letzten Bestandteile des Ernteanteils, nämlich Lauch, Kartoffeln, Korianderblätter, zu einem Curry mit Kokosmilch.

Leichte Schärfe, ganz hervorragend. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen und zu O’Farrells Hamnet, der als historischer Roman eher ungewöhnlich ist.

§

Ein Bäcker, der von den chemischen Prozessen her denkt – und nicht Lutz Geißler ist. Aber der in solchen Formulierungen spricht:

Ich bin hier extrem wirksam, ich lasse keine Energie auf einer Strecke, ich kann immer rasch in die Umsetzung gehen.

Die Meisterstunde interviewt einen höchst eigenwilligen Handwerker, der auch sonst viele meiner Vorstellungen über den Haufen wirft:
“Bäcker Arnd Erbel über den Wert der täglichen Reproduktion: ‘Die wahre Meisterschaft entsteht im Wissen um die Toleranzen'”.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 27. April 2026 – Beifang aus dem Internetz

Dienstag, 28. April 2026 um 5:37

Eher unruhiger Schlaf mit vielen Unterbrechungen, unter anderem wegen chlorschnupfig zugezogenen Nasenschleimhäuten, doch das Wochenende war erholsam genug für Kompensation gewesen.

Sonniger, kühler Weg in die Arbeit.

Start der Glyzinienblüte!

Ereignisreicher Arbeitsvormittag, wirklich geplant war davon eigentlich nur eine Info-Veranstaltung zur hauseigenen Generativen KI: Nichts war mir wirklich neu, mir fällt weiterhin keine Tätigkeit in meinem Arbeitsalltag ein, für die ich sie nutzen könne (ich würde WIRKLICH gerne mal!).

Querschüsse von mehreren Seiten, gegen elf kam ich wieder halbwegs zu mir. Und hastete gleich mal raus in die schöne Sonne auf einen Mittagscappuccino.

Zurück im Büro mehr Hasten, das Mittagessen wurde spät: Apfel, letzte Aprikosen, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Nachmittag mit Arbeit, die mich viel menschliche Überwindung kostete. Keinen Ärger eingehandelt, vor Erleichterung im Smalltalk fast ehrlich gewesen.

Heimweg über Lebensmitteleinkäufe. Den Kartoffelsalat fürs Abendessen hatte ich ja schon am Sonntag vorbereitet, er sollte mit Fischstäbchen verpartnert werden (NICHT hiervon inspiriert!). Die besorgte ich noch (legte die 26-Stück-Packung brav wieder zurück und nahm nur 15 Stück mit).

Daheim die Balkontür geöffnet, nach Häuslichkeiten eine schöne Folge Yoga.

Herr Kaltmamsell garte die Fischstäbchen im Ofen, dort wurden sie zwar nicht knusprig, aber trotzdem gut. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett getorkelt, zu müde zum Lesen

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Vielleicht erlebe ich gerade an meiner eigenen Reaktion auf Generative KI, wie viele andere auf das Thema “Social Media” reagierten und reagieren: Meine Abwehr und mein Widerwillen richtet sich in Wirklichkeit gegen Anwendungen und Ergebnisse – vor allem die kitschigen Bilder widern mich an, sie tauchen mittlerweile auch in meinem Berufsleben immer häufiger auf.
(Die eigentliche Technik und ihre Möglichkeiten finde ich ja aufregend und großartig.)

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katatonik hält sich gerade in Japan auf und berichtet, hier geht’s los. Unter anderem besonders, weil sie längere Jahre in Japan gelebt hat.

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Roger Rosenblatt schreibt in der New York Times eine Hymne auf alte Frauen:
“My Wife Is 85. She Takes My Breath Away.”

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“Wissenschaftserklärerin Nguyen-Kim: ‘Wir überschätzen völlig, was Rationalität leisten kann'”.

Interview mit vielen wichtigen Aspekten, unter anderem über die Rolle von Vertrauen.

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Seit einigen Frühlingen bereitet mir der Anblick der blühenden Testosteron-Zierkirschen ein ungutes Gefühl, und ich freue mich viel mehr über die Blüte tatsächlicher Obstbäume. Robinga Schnögelrögel kann erklären, warum mein Gefühl begründet ist.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 26. April 2026 – Sonnensonntag mit Schwumm

Montag, 27. April 2026 um 6:16

Herrlich lang geschlafen, diese neun Stunden waren sehr erholsam.

Ausführlich und konzentriert gebloggt, ich genoss es, den Samstag durchs Aufschreiben nochmal zu erleben.

Sportplan: Endlich mal wieder schwimmen, und da das Wetter weiterhin energisch sonnig war, Anfahrt mit dem Rad. Es war aber auch wieder ziemlich kalt, selbst um halb elf schlüpfte ich noch lieber in Handschuhe.

Das Radeln konnte ich genießen: Die Straßen sonntäglich ruhig, kein einziger LALÜ!-Vorfall. Um die Schwimmhalle gab es im Olympiapark gestern eine große Verkaufsveranstaltung, zahlreiche Zeltchen mit wohl hauptsächlich Fahrrad-artigem, dazwischen viele Menschen – ich musste die letzten 200 Meter bis zum Abstellplatz mein Fahrrad schieben.

Das Schwimmen war gut! Die beiden Sport-/Schnellschwimmbahnen scheinen dauerhaft eingerichtet zu sein, ich begrüße sie auch weiterhin. Selbst wenn sie gestern nicht verhinderten, dass auf meiner Normalo-Bahn eine Langflossen-Schwimmerin deutlich schneller als alle anderen dahinbrauste und mir bei ihrem Überholen zweimal auf meiner Seite frontal entgegenbrauste. Mir fehlt mal wieder die Vorstellungskraft, wie es Freude bereiten kann, mehr als 30 Minuten lang um alle anderen auf der Bahn herumschwimmen zu müssen.

Zurückradeln mit offener Jacke und über die Gebiete östlich vom ehemaligen Münchner Hauptbahnhof, die weiterhin zu 30 Prozent aus Baustellen zu bestehen scheinen (aber wechselnde, es ist jedesmal spannend). Seit ich jemanden kennengelernt habe, die beruflich in München Verkehrsführung um Baustellen plant, und die ich ausfragen konnte, versuche ich bei jeder zu erraten, ob sie von hauptsächlich Rad- oder Autofahrenden geplant wurde.

Frühstück um zwei: Aprikosen, immer noch sehr gut, Brot mit Labneh und Orangenmarmelade.

Jahreszeitliches: Zweimal musste ich riesige Wespen auf Wohnungssuche rausbefördern und verjagen. Bei aller Toleranz gegenüber Wespen: Ein Nest brauche ich nicht nochmal bei uns herinnen (wie in unserem ersten Jahr hier, als wir Wespengesellschaft im Rollladenkasten von Herrn Kaltmamsells Zimmer hatten).

Anderthalb Tage Mastodon hinterhergelesen, zuletzt auf dem angenehm temperierten Balkon (ehrlicherweise ein winziges Bisschen zu kühl, aber ich genoss das Draußensitzen so), während der Himmel langsam mit einer immer dichteren Wolkendecke zuzog.

Kartoffelsalat für Montag gemacht, Yoga geturnt, Brotzeit vorbereitet.

Der Plan für das Nachtmahl war wie so oft von einem Bestandteil unserer Vorräte inspiriert: Wir hatten noch Bruder-geriebenen Meerrettich von Ostern, also bereitete Herr Kaltmamsell Tafelspitz mit Meerrettichsauce zu. Das Fleisch gelang ihm sensationell, ich habe noch im Leben so saftiges gekochtes Rindfleisch gegessen. Die Sauce dazu biss gerade richtig.

Nachtisch Schokolade, Fledermaus-Check erfolgreich.

In den Medien wurde an den Reaktorunfall vor genau 40 Jahren in Tschernobyl erinnert, der auf kurz vor mein Abitur fiel. Ich erinnere mich, wie sehr ich damals schwankte, wem ich glauben sollte: Den warnenden Stimmen oder den beruhigenden. Der Informationsfluss war so viel langsamer als heute, und die mögliche Gefahr weder sichtbar noch greifbar. Und ich erinnere mich an den Mathe-Physiklehrer, der uns im Unterricht die unterschiedliche radioaktive Strahlung und ihre Folgen erklärte, an das erste Geigerzählerknacken, das ich hörte. Von Atomkraft hielt ich schon davor nichts, über den Reaktorunfall in Harrisburg hatte ich einen Schulaufsatz (“Erörterung”) geschrieben.

die Kaltmamsell