Journal Dienstag, 3. März 2015 – Sonne und Puddingrenitenz
Mittwoch, 4. März 2015 um 9:15Schon beim frühen Aufstehen erfreut registriert, dass der Himmel wolkenlos war. Es folgte ein herrlicher sonniger Tag.
Ich radelte zum Langhanteltraining, dort trotz einer Woche Erkältungspause gewohnter Kraftstand. (Ob ich in Ordnung finde, dass der Vorturner mir bei den Bauchübungen ein Gewicht in die Hand drückte – “So hilft’s was!” – muss ich aber erst noch bedenken.)
Im Büro erst mal Internetausfall (bei komplett Cloud-basiertem Arbeiten heißt das: Arbeit unmöglich). Mittlere Panik, weil Kunde um 10 Uhr bestimmte Ergebnisse brauchte, und ich erst noch Anmerkungen des zweiten Paars Kolleginnenaugen einarbeiten musste. Internet nach Neustart des Routers zurück, Deadline auf die Sekunde eingehalten. Emsiges Arbeiten über den Tag.
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Zum Nachtmahl Küchenexperiment: Herr Kaltmamsell hatte beim Blättern im Bayerischen Kochbuch ein Rezept für süßen Perlgraupenpudding entdeckt (das Buch ist unser Referenzwerk für Garzeiten und Grundtechniken). Als ich heimkam, duftete es es bereits herrlich nach Gewürzen und Trockenfrüchten. Allerdings ließ sich der Pudding dann nicht recht aus der (heftig gebutterten und gebröselten) Form stürzen – nein, das lag nicht an der Form, die hat ihre Tauglichkeit bereits bewiesen.
Tat dem Geschmack keinen Abbruch, eine Köstlichkeit mit Vanillesoße. Und Körndlzeug mochte ich schon immer. Ich entdeckte es zwar für meine Generation spät (die 80er waren ja in bestimmten Kreisen völlig verdinkelt und durchgeschrotet), liebte aber die Textur der saftigen, knackigen Körner wie Grünkern oder Naturreis, auch den nussigen Geschmack. Jetzt weiß ich, dass der auch hervorragend in Süßspeisen passt.
Hier in der FAZ eine weitere und besonders schöne Lobeshymne auf das Bayerische Kochbuch:
“Keine Angst vor weißer Soße”.
10 Kommentare zu „Journal Dienstag, 3. März 2015 – Sonne und Puddingrenitenz“
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4. März 2015 um 10:22
Von wann ist denn Ihre Ausgabe des Kochbuchs? Ich besitze aus dem Erbe meiner Oma zwei Ausgaben. Die eine ist die 19. Auflage von 1949 (noch von der amerikanischen Militärregierung lizensiert worden und übrigens noch nicht blau). Die andere die 51. Auflage von 1982. Ich verwende meistens die alte Ausgabe, da ohne Fotos dünner und handlicher.
4. März 2015 um 11:05
Ich besitze und koche gelegentlich aus dem Bayer. Kochbuch, Ausgabe von 1958. War nämlich 1960 auf einer Hauswirtschaftsschule.
4. März 2015 um 13:20
54. Auflage 92, das beste Geschenk ever das mir meine Schwester machte. Schöne Quelle für Grundrezepte und wir sind gar keine Bayern :-)
4. März 2015 um 14:14
Bei mir als Württembergerin gibt es das gelbe schwäbische Pendant von Luise Haarer:” Kochen und Backen nach Grundrezepten” in der 21. Auflage 1968. Ich amüsiere mich immer wieder, dass “billige” Rezepte darin den Hausfrauen mit wenig Wirtschaftsgeld ans Herz gelegt werden. Man kann es heute noch inzwischen in der 35. Auflage kaufen. Welcher Titel aus der heutigen inflationären Kochbuchproduktion wird eine solch hohe Auflage je erreichen?
4. März 2015 um 14:46
Na ja, Buchfink: Basic Cooking von einem gewissen Sebastian Dickhaut mit Sabine Sälzer, herausgekommen 1999, ist laut Amazon gerade bei Auflage 28. (Der Autor selbst ist sicher mal wieder zu bescheiden darauf hinzuweisen.)
4. März 2015 um 21:08
Hach, “verdinkelt und durchschrotet” – ich erinnere mich gut, wie in den 80ern plötzlich weidlich seltsame Vollwertkochbücher Einzug bei meiner Mutter hielten – und selbst die Standardkochbücher plötzlich eine Handvoll Alibirezepte enthielten…irgendwelche Mürbteigkekse, in die man dann eine Handvoll uneingeweichte Weizenkörner mischte, damit sich die Familie auch sicher die Plomben ausbeißt. :-)
4. März 2015 um 21:58
Ach, das gute Bayrische Kochbuch.
Das bekamen wir 3 Mädels alle zum Auszug von daheim geschenkt, weil da alles drin steht, was man über Kochen wissen muss. Und weil unsere Mutter das auch schon zum 18. Geburtstag bekommen hatte und weil unsere beiden Omas auch damit gekocht haben. Unverzichtbar :-)
4. März 2015 um 22:47
Ach Herrje, wie konnte ich den hochgeschätzten Sebastian Dickhaut vergessen, mea maxima culpa!
5. März 2015 um 17:51
Mein Standardwerk ist das Kochbuch der Büchergilde von Grete Willinsky mit Illustrationen von Gerhard Oberländer – es stammt aus dem Jahre 1958 und wurde bei deren Mitgliederbefragung 2013 zum Jubiläumsbuch gewählt (steht bei denen jedenfalls so).
Das Basic Cooking habe ich aber auch.
6. März 2015 um 9:50
@ Ulrike
mit Grete Willinsky habe ich das Kochen gelernt (sofern ich das von mir behaupten kann). Die Begriffserläuterungen darin haben mich anfangs schon herausgefordert: was heißt denn “Petersilie wiegen”. Das erschien mir zu albern, glücklicherweise wusste mein Mann mehr, doch bis er die Küche ganz übernehmen konnte, mussten wir seinen Ruhestand abwarten. Dafür genieße ich heutzutage wirkliche Kochkunst.
Die paar Gerichte jedoch, die mir wirklich gut gelingen, mit denen ich meine Söhne großgezogen habe, und welche die Familie sich bei Besuchen gern einmal wieder von mir gekocht wünscht, wie z.B. Rouladen, habe ich bei ihr gelernt.
Als Standardkochbuch für solide deutsche Küche hat es mir geholfen. Darauf gekommen bin ich nur durch die langjährige Mitgliedschaft in der Büchergilde.