Journal Samstag, 14. November 2015 – Weltereignisüberschattung

Sonntag, 15. November 2015 um 10:53

Noch bevor ich den Rechner aufgeklappt hatte, holte ich die Süddeutsche herein – und erfuhr zum ersten Mal seit Jahren von einem Weltereignis aus der Tageszeitung.

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Alle Pläne fahren lassen, erst mal hinterhergelesen, was da passiert war, genauer: was man zu diesem Zeitpunkt darüber wusste. Große Niedergeschlagenheit, gleichzeitig Angst, dass diejenigen den Terroranschlag würden büßen müssen, die vor genau solchem Terror geflohen sind.

Irgendwann doch zum Laufen aufgerafft, vielleicht würde mich das beruhigen.

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Half nicht wirklich. Außerdem ärgerte ich mich, dass meine Laufschuhe nach gerade mal zwei Jahren Nutzung im Schnitt alle zwei Wochen bereits auseinander fallen. Ich habe nachgerechnet: Das waren etwa 1.150 Kilometer. Muss ich mich damit etwa genauso abfinden wie mit abfallenden Wanderschuhsohlen? Diese Laufwebsite nennt 500-1000 Kilometer als Lebensdauer – schaut wohl so aus. Zefix.

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Nach dem Frühstück versuchte ich es mit therapeutischem Bügeln.

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Als ich dabei dieses Etikett im neuen Oberteil von Manomama entdeckte, war ich sehr gerührt.

Zum Cinema in die Nachmittagsvorstellung des neuen Bond-Märchens Spectre geradelt. So wenig ich die Begeisterung für die Star Wars-Reihe nachvollziehen kann (was ich allerdings noch deutlich besser kann als die Begeisterung für Lord of the Rings): Ich mag den James-Bond-Kosmos schon sehr. Eigenartigerweise durfte ich Bond-Filme schon verhältnismäßig jung fernsehen (Sie erinnern sich: Mein TV-Konsum war sehr reglementiert und verknappt.), und während meine Mutter neben mir nicht müde wurde sich zu echauffieren, wie “völlig unrealistisch” und “so ein Schmarrn” die Filme waren, war ich angezogen von der 007-Coolness und
-Lebensart. Gestern genügte bereits wieder der swagger, mit dem Bond auf den mexikanischen Mauern zum Töten geht, und ich beschloss sofort, mir genau diesen Gang anzutrainieren.

Ansonsten: Ja, schon ein ganz guter Bond. Ich fand ihn nicht so gut wie Skyfall, doch auch diesmal bekam ich einiges geboten. Immer wieder begeistert bin ich vom aktuellen Q, Ben Wishaw (kennengelernt im Remake von Brideshead Rivisted). Verschwendet fand ich Christoph Waltz als Bösewicht – da hatten wir schon interessanter gezeichnete. Und wenn mir jetzt noch jemand erklären könnte, wie Madeleine im Hotelzimmer in Tangier im Kleid einschlafen und im Nachthemd aufwachen kann?
Selbstverständlich bis zum Schluss des Abspanns sitzengeblieben: Wir Alten wissen, dass ein Bond erst zu Ende ist, wenn “James Bond will return” auf der Leinwand steht. In Zeiten des abspannlosen Fernsehens geht dieses Wissen wahrscheinlich verloren.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Samstag, 14. November 2015 – Weltereignisüberschattung“

  1. Julia meint:

    1150 km ist tapfer für einen Outdoor getragenen und regelmäßig genutzten Laufschuh. Ich kenne Angaben mit 500-700 km und kaufe mir schon wegen der nachlassenden Dämpfung nach etwa 800-900 km neue Schuhe (die 500-700 halte ich für eine clevere Marketing-Strategie und will mir wenigstens etwas Anarchie bewahren. Ein neues Paar Schuhe ist also durchaus angebracht nach diesen Strecken.

  2. berit meint:

    1150 km finde ich auch schon ganz schön ordentlich. Ich merk die nachlassende Dämpfung aber immer am besten an meinen zwickenden Knien…

  3. Brigitte Novacek meint:

    Kenne es auch so, dass nach 1000 Lauf-km die Dämpfung hinüber ist und die Schuhe erneuert werden sollen.

  4. padrone meint:

    “Wir Alten”! Schaue ihn am Freitag. Pflege die Vorfreude.

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