Journal Montag, 2. Februar 2015 – Schneitag

Dienstag, 3. Februar 2015 um 9:35

Frühmorgendliches Crosstrainerstrampeln, während es draußen aufs Malerischste schneite.

Angenehmerweise war gerade Schneepause, als ich in die Arbeit ging, über den Tag schneite es immer wieder.

Abends hatte ich mich nach dem Essen gerade mit Herrn Kaltmamsell gemütlich vor dem Kaminfeuer der heutigen Zeit (laufender Fernseher) eingerichtet, alle zwei waren wir mit den Geschehnissen auf unseren Laptopbildschirmen beschäftigt. Plötzlich sprang der Herr auf, griff nach der Fernbedienung und schaltete um: Durch einen Tweet hatte er erfahren, dass ein früherer Schüler gerade in Günther Jauchs Quizshow zu sehen war, weil seine Schwester als Kandidatin ausgefragt wurde (der frühere Schüler war der offizielle Begleiter und wurde deshalb oft gezeigt – wenn ich das System richtig verstanden habe). Er hatte seinerzeit viel von dem jungen Mann erzählt und war jetzt ziemlich gerührt über das einseitige Wiedersehen.

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Die 20-jährige Journalistin Laura Meschede setzt auseinander, warum Einwanderungsfeindlichkeit die Zukunft ihrer Generation bedroht:
“Die gefährlichen Ängste der Alten”.

Gefreut hat mich besonders ein Detail: Meschede weist darauf hin, dass sie und ihre Altersgenossinnen mit erheblich mehr Vielfalt aufgewachsen sind als die Demonstrierenden:

Wir wachsen gemeinsam auf. In jeder Schulklasse finden sich heute ein paar Muslime, in jedem Freundeskreis, in jedem Fußballverein. Wir wissen: Wenn ich einen gläubigen Muslim treffe, ist die größte Gefahr, dass der keine Schweinehaxe mitessen will. Ein Problem, dessen Dramatik sich in überschaubaren Grenzen hält – nicht zuletzt angesichts der hohen Vegetarierzahl in meinem Freundeskreis.

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Journal Montag, 2. Februar 2015 – Schneitag“

  1. New Number 2 meint:

    Mir geistert, nach dem Konsum Ihres Blogs und dezidiert darin der Absatz über die Aussagen von Frau Meschede, nur unentwegt eine Frage im Kopf herum: Gibt es eigentlich vegetarische Muselmane?

  2. Feathers McGraw meint:

    Herr Kaltmamsell > der Mitbewohner. Glückwünsche?

  3. Patricia meint:

    So ganz unbeteiligt war der Mitbewohner ja nicht in der Fernsehsendung ;-)

  4. lihabiboun meint:

    Gestern abend am Goethplatz das irrsinnige Polizeiaufgebot gegen die Demonstranten und dann die dumpfen Aussagen gewisser Dresdner gegen die “Gefahr vor den vielen jungen ausländischen Männern” lassen mich wieder einmal fassungslos zurück ….
    @Feathers McGraw: Ich vermute, Frau und Herr Kaltmamsell feiern demnächst Silberne Mitbewohnerschaft oder so ähnlich :-)))

  5. Feathers McGraw meint:

    Ja an ploetzlicher Heirat liegts nicht, das wusste ich schon. Aber ich dachte halt der Titelwechsel erklaert sich evtl durch sonst irgendwelche veraenderte Umstaende. Kueche abbezahlt? Schlafzimmer zusammengelegt?

  6. antje meint:

    ich gebe zu dass ich über die “Namensänderung” auch gestolpert bin, mich aber nicht so recht zu fragen traute… Wobei mich der Herr Kaltmamsell (sehr schön!) sozusagend umgekehrt an die Briefe in meiner Kindheit erinnerte wo noch oft die “Familie Vorname Nachname des Ehemanns” angeschrieben wurde…

    Frau Kaltmamsell,
    hätten Sie mal wieder eine ÜN-Empfehlung für mich? Diesmal für Klagenfurt, rp15 mag ich nicht. Vielleicht auch per twitter.
    Meine besten Grüsse auch an den Herren Kaltmamsell und Dank im Voraus
    antje

  7. die Kaltmamsell meint:

    Für Klagenfurth habe ich leider keine Empfehlung, antje, in dem bisher bevorzugten Hotel hatte ein Besitzerwechsel den früheren Zauber zerstört. Unter anderem deshalb bin ich dieses Jahr auf Ferienwohnung ausgewichen.

  8. Sebastian meint:

    Und gibt es Vegetarier, die kein Schweinefleisch essen?

  9. Trippmadam meint:

    Gehört nicht wirklich hierher, fiel mir aber zum Thema “Herr Kaltmamsell” gerade ein: In einem Restaurant, in dem ich zu Studentinnenzeiten jobbte, war die Kaltmamsell ein Mann. Der wurde von seinen Kollegen mit “Mademoiselle” angesprochen, was aber wohl nicht Usus ist, sondern nur der sehr spezielle Küchensarkasmus der Kollegen war.

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