Journal Samstag, 29. Februar 2020 – Daheim mit Narzissen

Sonntag, 1. März 2020 um 8:05

In den frühen Morgenstunden durfte ich den Neuzugang brüllender Kopfschmerzen begrüßen. Gingen nach dem Aufstehen auch mit Aspirin nicht weg, mir war elend, ich blies meine Schwimmpläne ab (Auswirkungen auf meine Laune wie erwartet), absolvierte nur die Yoga-Einheit des Tages.

Joga statt Joggen (deutsch auszusprechen bitte).

Mal wieder eine Reihe Bücher ausgemistet (Duden, weitere Wörterbücher), Herrn Kaltmamsell dadurch zum Umräumen einiger Bücherregale gebracht. Grundsatzdiskussionen über die Zuordnung bestimmter Bücher zu Fiktion/Sachbuch bzw. (so war unsere Bibliothek unsprünglich angelegt) Primär-/Sekundärliteratur.

Eine Runde Semmelholen und Einkaufen, die Luft draußen war mild. Ich erfreute mich mit Narzissen, die laut Banderole sogar aus England kamen.

Unter den Kartoffeln im Ernteanteil sind sehr selten mehlige; als sie vor zehn Tagen wenigstens als “fest- bis mehligkochend” bezeichnet waren, brach ich umgehend in Verwertungspläne aus. Dazu gehörten Waldviertler Mohnzelten, die nicht nur Kartoffeln aufräumen würden, sondern auch Mohn – durch ein Missverständnis war davon immer noch sehr viel im Haus.

Während der Teig kühlte, frühstückte ich zwei Handsemmeln, dann machte ich mich ans Backen – die Mohnzelten wurden recht gut (aber an der Verschlusstechnik muss ich noch arbeiten). Nochmal mehlige Kartoffeln brauchte ich fürs Kartoffelbrot, das ich Sonntagmorgen backen wollte. Ich setzte Sauer- und Vorteig an.

Zeitunglesen im sonnigen Wohnzimmer, dazu eine Grapefruit und eine Orange, jetzt ist die beste Saison für aromatische Zitrusfrüchte. Besonders interessant fand ich die Geschichte der Konservierung in der Wissen-Beilage (€): “Krieg den Keimen”, der sich nur ein kleines Bisschen über die Haltung “keine Chemie!” lustig machte (u.A. weil bereits die Haltbarmachung durch Salz selbstverständlich Chemie ist).

Während ich die Lieblingstweets aus zwei Monaten zusammensuchte und festhielt, schuftete Herr Kaltmamsell in der Küche: Es gab geschmorte Schweinerippchen mit Kartoffel-Lauch-Stampf – und er experimentierte mit baked potatoe skins. Das Ergebnis:

Im Fernsehen ließen wir Wenn Liebe so einfach wäre mit Alec Baldwin und Meryl Streep laufen – Herr Kaltmamsell konnte mir anhand meines eigenen Blogs nachweisen, dass ich den Film seinerzeit im Kino gesehen habe – ich hatte keinerlei Erinnerung daran. Ich überlege noch, ob ich mir Sorgen machen soll; bis dahin bin ich froh darüber, wie viel ich hier im Blog nachschlagen kann.

§

Wunderschöne und reich bebilderte Geschichte in der New York Times über den deutschen Metzgerei-/Feinkostladen Schaller & Weber in New York:
“The Butcher Shop Keeping Old World Delicacies Alive”.

Sogar Gelbwurst wird unter den Angeboten aufgeführt – die habe ich wirklich noch nie außerhalb Deutschlands gesehen.

via @Hystri_cidae

die Kaltmamsell

8 Kommentare zu „Journal Samstag, 29. Februar 2020 – Daheim mit Narzissen“

  1. Berit meint:

    Der Metzger in New York ist ein gutes Beispiel dafür das man seine eigene Kultur nicht aufgeben muss nur weil man in ein neues Land zieht. Ich wünschte das würden hier mehr Leute verstehen.

  2. Nina meint:

    Ich las jüngst irgendwo (war’s auf Insta?) in einem Beitrag, der sich über die Haltung „Bloß keine Chemie!!!!!“ in Bezug auf „Natuuuurkosmetik“ lustig machte, den schönen Satz: „Ey, Deine Mutter ist Chemie!“

  3. Sandra meint:

    Oh ja. „KeineChemie“ finde ich auch immer wieder belustigend. Wenn bspw. ein Sonnenschutzmittel ohne Chemie verlangt wird. Ob die Leute wissen, wie chemisch sie selbst sind oder die Luft, die sie atmen?
    (Jaja. Ich weiß schon, sie meinen damit weiße Pasten, die einfach nicht einziehen wollen und einem eine herrliche Sandpanade am Strand bescheren)

    Und ups, mein Mann inhaliert Orangen quasi und ich wollte schon keine mehr kaufen, weil ich der Meinung war, die Saison ist zu Ende.

  4. Susanne meint:

    Ich habe doch tatsächlich schon 6 Yoga with Adrien-Sessions mitgemacht. Sie ist wirklich sehr angenehm, auch wenn bei mir noch keine Tränen geflossen sind. Vielen Dank für die Entdeckung

  5. Margrit von der OW meint:

    Das mit dem Film kenne ich! Ich habe schon sooo viele überraschende Entdeckungen gemacht in meinem Blog. Sorgen darüber machen hilft meiner Erfahrung nach nicht.

  6. Andrea Stock meint:

    Daffodils aus Großbritannien. Wir waren vor ca. 10 Jahren das erste Mal in York – eine schöne Stadt, die Narzissen blühten gerade. Wir waren danach noch drei Mal da und ich würde jederzeit wieder hinfahren.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute – und sage, wenn auch etwas verspätet – ich freue mich, wieder bei Ihnen lesen zu dürfen.

  7. kn meint:

    Hach, Gelbwurst. Die ist ja in D schon nicht überall zu kriegen. Eins der wenigen Überbleibsel einer Klinkindheit in Franken. Ein Supermarkt bei mir um die Ecke (HH) hat im Herbst Oktoberfest seit einigen Jahren. Da gibt es dann Gelbwurst und ich esse sie so lange, bis er nur noch welche mit Petersilie in der Theke hat. Dann reicht’s aber auch locker wieder bis zum nächsten Jahr.

  8. Alexandra meint:

    Das mit den Sorgen: Als lanjährige Inhaberin eines Leihausweises für die öffentliche Bibliothek merke ich manchmal erst in der Mitte des Buches, dass ich es schon mal gelesen habe … ich denke, das ist nicht bedenklich.

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